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6 glücklichen Paare, die glücklich verheiratet sind
Suche: Liebe
- Biete: Mich
Von Verena
Mayer
Fast fünf Millionen
Deutsche suchen ihren Partner im Internet.
Der Mann, der sich
Future nennt, will wieder etwas von ihr. Sieben E-Mails hat er
geschickt, und das, obwohl sie ihm schon vor längerer Zeit bedeutet hat,
dass es keine Zukunft für sie beide geben wird. Es ist ein dämmriger
Nachmittag, Elke Hofsäß sitzt vor einem kleinen Laptop in ihrer
Dachwohnung.
An den Wänden hängen
großflächige Ölbilder, im Wohnzimmer stehen ein Le-Corbusier-Sessel und
ein Gehege mit einem Chinchilla. Ein Hündchen sitzt unter dem Tisch, vor
dem Haus steht ein Mercedes-Cabrio aus den siebziger Jahren. Elke Hofsäß
klickt Future an. Hallo, schade, ich habe keine Antwort von Dir, steht
in der ersten Mail. Hallo, schade, ich habe noch immer keine Antwort von
Dir, in der nächsten. Elke Hofsäß löscht die anderen, ohne sie zu lesen.
Elke Hofsäß ist 39 Jahre alt und sucht einen Mann im Internet.
Elke Hofsäß loggt sich
täglich ein. Name: Sugar, Passwort: brasilianische Frauen. Sie lässt die Liste der
Männer über den Bildschirm laufen, die ihr geschrieben haben. Phil zum
Beispiel, der Investmentbanker mit dem teuren Anzug und den schlechten
Manieren, der ihr beim ersten Treffen in der Kneipe an den Rock gegangen
ist. Sie klickt Phil weg. Elke Hofsäß ist offen für vieles, aber nicht
alles ist gut genug für sie. Morpheus sieht nett aus. Er hat ein Foto
geschickt, in Schwarzweiß, ein dandyhafter junger Mann sitzt im Fond
eines Londoner Taxis. Bin inspiriert von Deinen Gedanken und Träumen ...
Hat mich unter anderem angesprochen, dass du Kaffee magst.
Als Mathias Böhm die
Liebe seines Lebens fand, waren ihm klare Grenzen gesetzt. Er hatte 55
000 Euro Schulden und keine Arbeit. Früher besaß er eine Firma,
gemeinsam mit einem Bekannten. Hausmeisterarbeiten haben sie gemacht,
eines Tages räumte sein Partner den Firmentresor aus und setzte sich in
die Türkei ab. Mathias Böhm haftete für den Schaden. Und dennoch sei er
noch nie im Leben so glücklich gewesen, sagt er. Im August habe er die
Richtige kennen gelernt, wenig später ist er von Hamburg zu ihr nach
Brandenburg gezogen.
Drei Zimmer haben
Mathias Böhm und seine Lebensgefährtin Marita Wenisch. Bis auf den
letzten Winkel ist alles darauf ausgerichtet, das, was die Umgebung
nicht zu bieten hat, durch Gemütlichkeit in den eigenen vier Wänden
auszugleichen. In einem Zimmer hängt ein riesiges Puzzle. Es zeigt
einen Sonnenuntergang am Strand. Marita Wenisch hat es
zusammengesetzt. 33 Jahre alt ist sie, von Beruf Verkäuferin in
einem Teppichladen. Still und aufrecht sitzen sie nebeneinander, so,
als hätten sie an ihrer bloßen Anwesenheit schon genug. Sie sind
eines dieser Paare, die eine Woche zusammen sein könnten oder zehn
Jahre, die genügsame Zufriedenheit, die sie ausstrahlen, würde
dieselbe sein.
Marita Wenisch und
Mathias Böhm haben sich im Internet kennen gelernt, in einem dieser
Kontaktforen, wie sie seit einiger Zeit an allen Ecken und Enden im
Internet entstehen. Online-Dating, Single Site, Partnerbörse oder
Online-Partneragentur heißen die Seiten, es sind keine herkömmlichen
Chats, sondern Dienste, die im Monat zwischen fünf und 25 Euro kosten.
Auf der ersten Seite steht so etwas wie Ich bin. Darunter heißt es: Ich
suche, und nun kann man nicht nur einen Mann oder eine Frau wählen,
sondern auch das Alter, das Land und die Region. Per Profisuche oder
erweiterter Suche darf man noch präzisere Vorstellungen eingeben.
Hautfarbe, Hobbys, Sternzeichen, Beruf? Haare blond oder braun? Raucher
oder Nichtraucher?
Nicht weniger
detailliert ist das, was man von sich selber preisgeben muss:
Familienstand, Ausbildung, Aussehen und Hobbys, Musikgeschmack oder
Einkommen, manchmal werden wie bei einem zweitklassigen
Vorstellungsgespräch die fünf Eigenschaften abgefragt, die am ehesten
auf Sie zutreffen. Am Ende hat man ein Profil von sich angelegt und ist,
je nach Dienst, als PSBNN7FF oder Holger1967 im System eingespeist,
meist auch mit Foto, weil irgendwo steht: 100 Mal höhere Kontaktchancen
mit Bild! Gestiftete Ehen, Paare, die sich über eine Kontaktanzeige
kennen gelernt haben, hat es immer gegeben. Noch nie aber war die
Partnerwahl ähnlich technisiert.
Singles sind kein neues
Phänomen. So hat sich in diesem Jahrhundert der Anteil der
Alleinstehenden, also Ledigen, eines Geburtsjahrganges so gut wie nicht
verändert, er liegt bei etwa zehn Prozent. Die Zahl der Singles ist im
letzten Jahrhundert nur leicht gestiegen, wenn man Haushalte, Ehe- oder
Scheidungszahlen betrachtet. Verändert haben sich im Laufe der Jahre die
Gründe, warum jemand alleine blieb. Das Erstgeborenenrecht etwa - für
jüngere Brüder, die nichts erbten, bedeutete das häufig, ehelos zu
bleiben. Viele junge Männer lebten allein, da sie nicht über die
finanziellen Mittel verfügten, um eine Familie zu gründen. Die Frauen
heirateten früh ältere Männer und wurden nicht selten in jungen Jahren
Witwen. Gesindeleuten, Lehrlingen und Gesellen war die Ehe überhaupt
verboten.
Als die
Industrialisierung einsetzte, verlor die Familie ihre Funktion als die
Arbeits- und Wirtschaftsgemeinschaft, die sie lange Zeit gewesen war.
Die romantische Liebe wurde als Grundlage für Beziehungen entdeckt.
Heute ist die Liebe eine der letzten großen Utopien. In der westlichen
Welt hat sie Ende des 19., Anfang des 20. Jahrhunderts die Religion als
Wertesystem abgelöst.
Man wird genommen oder
auch nicht, aber wie erfolgreich man ist, liegt in der Hand des
Einzelnen. Auch wenn so viel gelogen wird, das sich die Balken biegen.
Zuverlässiger ist eine konventionelle Partnervermittlung, wo sicher
gestellt wird, das Sie auch den gewünschten Partner finden.
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Briefe schreiben. Außerdem lernen Sie uns etwas näher kennen und wir
sind uns nicht mehr so fremd. Persönliche, positiv anbahnende Kontakte
sind die Grundlagen für die Schaffung gegenseitigem Vertrauen, welches
für eine erfolgversprechende Vermittlung absolute Voraussetzung ist.
Kostenloser Beratungsdienst in München - Tel. 004989-33984826
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